In der Diskussion um die Hauptamtsleiterstelle fordert die CDU Haunetal Bürgermeister Gerd Lang auf, seinen Widerspruch zurückzuziehen. „Es dürfte hessenweit ein einmaliger Vorgang sein, dass ein Bürgermeister einem Beschluss widerspricht, der gar nicht gefasst wurde“, erklären Fraktionsvorsitzender Andreas Kimpel und Parteivorsitzender Marius Tegl.

In der letzten Gemeindevertretersitzung hatte die CDU, ebenso wie die Fraktionen der GfH und der SPD, einer vom Bürgermeister beantragten Höhergruppierung der Hauptamtsleiterstelle von der Entgeltgruppe 11 in 12 nicht zugestimmt.

„Die externe Stellenbewertung, die jetzt zu einer Höhergruppierung führen soll, ist ganz offensichtlich fehlerhaft. Der beauftragte Personalberater, der extra aus Butzbach zu einer Ausschusssitzung angereist war, hat unter Beweis gestellt, dass er von den Arbeitsabläufen in der Haunetaler Gemeindeverwaltung keine Ahnung hat. Sämtliche relevante Fragen blieben von ihm unbeantwortet. Dies war wohl auch der Grund, weshalb sich der Bürgermeister tagelang weigerte, den Gemeindevertretern die Stellenbewertung zur Verfügung zu stellen“, so Kimpel und Tegl.

Das Tätigkeitsfeld des Hauptamtsleiters habe sich in den letzten Jahren kaum verändert, argumentiert die CDU. Zudem sei die Stelle erst im Jahr 2014 von der Entgeltgruppe 10 in 11 angehoben worden. Dass die Höhergruppierung, wie jetzt vom Bürgermeister behauptet, nichts mit der Neubesetzung zu tun habe, widerspreche seinen früheren Ausführungen im Ausschuss. Zur Aussage eines Gemeindevertreters, der neue Hauptamtsleiter sei nur bereit im Falle einer Höhergruppierung die Stelle anzunehmen, erklärte der Bürgermeister dort wörtlich: „Das ist so. Das hat doch auch nie jemand bestritten.“

Für die CDU rechtfertigt der Wunsch eines schnellen Personalwechsels nicht eine dauerhaft höhere finanzielle Belastung für den Haunetaler Haushalt. Kimpel und Tegl unterstrichen erneuet, dass sich die Kritik der CDU ganz ausdrücklich nicht gegen den neuen Hauptamtsleiter richte, sondern gegen das Auswahlverfahren. „Die Stelle hätte – wie bislang alle anderen auch – öffentlich ausgeschrieben werden müssen.“ Die Fraktion behalte sich dazu die Einrichtung eines Akteneinsichtsausschuss und eine Überprüfung durch die Kommunalaufsicht vor.

„Wir werden uns mit den anderen Fraktionen abstimmen und wollen zur nächsten Gemeindevertretersitzung einen Antrag einbringen, der den Gemeindevorstand auffordert, die Hauptamtsleiterstelle so auszugestalten, dass sie in die Entgeltgruppe 11 eingruppiert werden kann“ kündigen Kimpel und Tegl an. Nach der fragwürdigen Auswahl und dann erfolgten Nichtbesetzung der Azubistelle im vergangenen Jahr, sei diese Personalie, die zweite peinliche Posse innerhalb weniger Monate im Haunetaler Rathaus. „Der Bürgermeister ist nicht zuletzt im Sinne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefordert, sie schnell zu beenden.

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