Waldhessen. Der 30-jährige Timo Lübeck aus Haunetal ist seit März neuer CDU-Kreisvorsitzender in Hersfeld-­Rotenburg. Beim lokalo24-Re­dak­tionsbesuch sprachen wir mit ihm vor Beginn der poli­tischen Sommerpause über die aktuelle Situation in Kreis, Land und Bund.

Seit fast fünf Monaten sind Sie im Amt. Wo lagen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Wir haben die Kreis-CDU zu einer echten Mitgliederpartei gemacht, in der nun jeder mitentscheiden darf. Mit niedrigeren Beiträgen für Azubis und Studenten machen wir jetzt auch jungen Leuten ein Angebot zum Mitgestalten. Inhaltlich haben wir uns mit den großen Arbeitgebern K+S und Amazon ausgetauscht. Mit unseren Verbänden sind wir im Gespräch, um uns vor Ort für die Kommunalwahl 2016 fit zu machen.

Warum geht es in der Kreis­politik eher ruhig zu, während in manchen Stadt- und Gemeindeparlamenten heftig die Fetzen fliegen?

Das hat mit der guten Entwicklung zu tun, die der Landkreis genommen hat. Wir gehören heute zur Spitze in Nordhessen. Dies ist ein großer Erfolg von Landrat Dr. Schmidt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir die ­wichtigen Dinge oft partei-übergreifend entschieden ­haben. Politischer Streit ist berechtigt, wenn es um die Sache geht. In den Kommunen muss man das jeweils ­differenziert betrachten.

In Bad Hersfeld hat man den Eindruck, dass es oft um ­Parteipolitik geht…

Es ist schade, dass zuletzt zwei gute Projekte platt gemacht wurden, nur weil der Vorschlag von „den Falschen“ kam. Der Hessentag ist ein großartiges Event und wäre eine riesige Chance für die ganze Region. Ich hoffe, dass nun der neue Anlauf gelingt. Auch beim Lullussportpark hätte die SPD zumindest für die Kostenermittlung stimmen sollen, um danach seriös entscheiden zu können.

Mit Alexander Sauer und Jörg Brand gibt es bereits zwei Kandidaten für die Landratswahl im März 2015. Warum hat die CDU noch keinen Kandidaten?

Unser Anspruch ist es, den Menschen auch nach 2015 ­einen guten Landrat zu ­stellen. Wir haben vereinbart, dass der Kreisvorstand im Herbst einen Personalvorschlag macht. Der Landrat ist der kommunale Spitzenbeamte und Vorgesetzter von fast 1.000 Mitarbeitern. ­Deshalb muss die fachliche und persönliche Eignung stimmen. Ich bin sicher, dass unser Vorschlag überzeugen wird.

Auf Landesebene gibt es in Hessen erstmals ein schwarz-grünes Bündnis. Wie fällt ­Ihre erste Zwischenbilanz aus?

Es hat sich gezeigt, dass es für das Land und die ­Menschen richtig war, diese für beide Parteien nicht ein­fache Koalition einzugehen. Die Zusammenarbeit ist vertrauensvoll und erfolgreich. Das ist ganz wesentlich ein Erfolg von Volker Bouffier. Beide Partner sind kompromissfähig. Dennoch bleiben wir eigenständige Parteien mit teilweise verschiedenen Positionen.

In Berlin hat man dagegen den Eindruck, die CDU stellt die Kanzlerin und die SPD ­regiert. Wie zufrieden sind Sie damit?

Alle Umfragen zeigen, dass die Menschen mit der Arbeit der CDU zufrieden sind und wir klar vorne liegen. Aus meiner Sicht war die Rente mit 63 in Sachen Generationengerechtigkeit ein großer Fehler.

Aber beim Blick auf den Höchststand bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und einen Haushalt, der erstmals seit 1969 ohne neue Schulden auskommt, wird unsere Handschrift sehr deutlich.

Quelle: http://lokalo24.de/news/redaktionsgespraech-mit-timo-luebeck/493521/ [Stand: 22. Juli 2014]

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