Der Wildecker Ortsteil Richelsdorf ist in den vergangenen Monaten unfreiwillig in die Schlagzeilen geraten. Hintergrund dafür sind Bergbaualtlasten der Richelsdorfer Hütte. Arsen in hoher Konzentration belastet Teile kommunaler und privater Flächen.

Grund genug für den CDU-Bundestagskandidaten Wilhelm Gebhard, Bürgermeister Alexander Wirth einen Besuch abzustatten und sich bei ihm aus erster Hand über die Problematik zu informieren. Mit dabei war auch Beigeordneter Daniel Stunz. Er und Alexander Wirth sowie weitere 650 Menschen leben in dem Wildecker Ortsteil.

Die kommunalen Flächen befinden sich aktuell bereits voll in der Sanierung, wie Gebhard eindrucksvoll vor Augen geführt bekam. So z.B. eine nagelneue Minigolfanlage, die vor fünf Jahren gerade fertiggestellt war und dann aufgrund der festgestellten Belastung nie in Betrieb gehen durfte. Stück für Stück tragen Bagger und Arbeiter den belasteten Boden bis zu einer Tiefe von 50 cm ab. „Die Kommune wird dafür einen hohen sechsstelligen Eigenanteil in die Hand nehmen müssen“, berichtet Alexander Wirth. Die Eigentümer der betroffenen 14 Privatflächen haben noch bis zum 30.09. Zeit, das Angebot des Regierungspräsidiums anzunehmen und durch das RP Kassel einen Sanierungsplan aufstellen zu lassen, der auch Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen beinhalten kann. Die betroffenen Privatflächen haben eine Größe von 5.863 m². Bei angenommenen Kosten für einen Bodenaustausch, der von allen Beteiligten als die einzig richtige Variante angesehen wird, rechnet man damit, dass die betroffenen Bürger einen Eigenanteil von 40 € pro Quadratmeter tragen müssen. Das würde einer Gesamtsumme in Höhe von ca. 240.000 € entsprechen. „Viel Geld für einen Privathaushalt“, meint Gebhard. In dieser Summe ist bereits eingerechnet, dass das Regierungspräsidium und damit das Land Hessen den Transport und die Endlagerung kostenfrei übernimmt. „Auch wenn am Ende der Boden ausgetauscht wird, um einen direkten Kontakt mit dem belasteten Boden zu verhindern, bleibt für die Grundstückseigentümer die Erkenntnis, dass unter den bebauten Flächen alles beim alten bleibt“, stellen Wirth, Stunz und Gebhard übereinstimmend fest. „Gerade vor diesem Hintergrund müsse eine Lösung gefunden werden, die die Betroffenen von den Kosten vollständig entlastet. Gebhard vergleicht die außergewöhnliche Situation in Richelsdorf mit plötzlichen Naturkatastrophen, bei denen auch immer schnell Soforthilfe gewährt und unbürokratisch geholfen wird. „Warum nicht auch hier, denn die Betroffenen können am wenigsten für die Arsenbelastung im Boden aus längst vergangenen Tagen“, spielen sich Wirth und Gebhard den Ball zu. Beide sind Fußballer und Wirth kann sich noch gut an tolle Spiele seiner Mannschaft gegen den VfL Wanfried erinnern; in dem Verein, in dem Gebhard heute ab und zu noch die Schuhe schnürt. Und Gebhard setzt zum Thema Arsenbelastung mit Hilfe eines Beispiels noch einen drauf. „Wir geben pro Jahr weit mehr Geld für das sog. „Wolfsmonitoring“ aus, bei dem Daten und Fakten zu Wolfsmeldungen gesammelt und ausgewertet werden. Und in Richelsdorf soll eine sechsstellige Hilfe für eine derartige Problemlage nicht möglich sein?“ Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat bereits eine Unterstützung zugesagt, wie Gebhard und Wirth aus persönlichen Gesprächen mit Landrat Koch wissen. „In Richelsdorf formiert sich jetzt lauter Protest, der nur allzu verständlich ist“, sagt Gebhard und wünscht seinem Amtskollegen Wirth viel Erfolg bei einer besonders heiklen und herausfordernden Aufgabe.

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