In einem Antrag für die jeweils nächste Sitzung der Kreistage fordern sowohl die CDU-Fraktion im Werra-Meißner-Kreis wie auch die CDU-Fraktion Hersfeld-Rotenburg die Entnahme der Wölfin, welche im Stölzinger Gebirge sesshaft geworden ist. Mit ihrer Forderung an die Obere Naturschutzbehörde stellen sich die CDU-Kommunalpolitiker landkreisübergreifend an die Seite der heimischen Weidetierhalter und Landwirte, welche in den letzten Monaten zahlreiche Wolfsrisse bei ihren Schafen, Ziegen und Kälbern zu beklagen hatten.

„Eine solche Entnahme ist nicht einfach und sollte eine Ausnahme darstellen“, erklären die beiden Kreisvorsitzenden Stefan Schneider (CDU Werra-Meißner) und Andreas Börner (CDU Hersfeld-Rotenburg). „Allerdings hat die Wölfin inzwischen mehrfach Weidetiere getötet, obwohl diese nach guter fachlicher Praxis eingezäunt waren. Weiterhin hat das Tier auch in anderen Situationen keine Scheu gegenüber dem Menschen oder landwirtschaftlichen Maschinen gezeigt und es ist zu befürchten, dass diese atypischen Verhaltensweisen bei einer Vermehrung weitergegeben werden.“

Für die beiden Kreisverbände der Christdemokraten ist damit die Grenzen überschritten, die eine Entnahme unumgänglich machen. „Wenn die Wölfin Kälber, Lämmer und andere Tiere tötet und deren Innereien auf der Weide verteilt, dann geht es nicht nur um einen wirtschaftlichen Schaden, welcher vielleicht ausgeglichen werden kann, sondern es ist auch eine emotional belastende Situation für die Tierhalter. Insbesondere die vielen Nebenerwerbslandwirte oder Hobbyzüchter, die seltene Rassen erhalten, können im Grund nichts gegen den Wolf ausrichten und fühlen sich hilflos.“

Mit dieser Situation wollen die Christdemokraten die Weidetierhalter nicht allein lassen. Neben den Anträgen für die Kreistagssitzung am 14.09. in Bad Hersfeld und am 21.09. in Eschwege ist es daher der Wunsch der Kreisverbände, dass die Hessische Umweltministerin die Landwirte und Weidetierhalter stärker unterstützt und deren Perspektive beim Wolfsmanagement berücksichtigt. „Diese Menschen erhalten und pflegen mit großem Engagement und Aufwand unsere Kulturlandschaft. Sie sind ein wichtiger Pfeiler unserer Region und leisten einen wertvollen Beitrag für den Tier- und Naturschutz“, betonen Schneider und Börner abschließend.

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