Wir haben mit großem Interesse zur Kenntnis genommen, dass unser Frauenhaus im Landkreis gut aufgestellt ist und auf einen möglichen Anstieg von betroffenen Frauen und Kindern vorbereitet ist“, so die Frauen Union.
Die aktuelle Krisensituation, mit ihren starken Einschränkungen im öffentlichen wie privaten Leben, stellt eine besondere Gefahr für eine vermehrte Zahl von häuslicher und sexualisierter Gewalt gegenüber Frauen und Kindern dar. Durch die soziale Isolation, finanzielle Sorgen und Existenzängste, steigen die Stressfaktoren innerhalb einer Partnerschaft und in Familien.
„Der Verein „Frauen helfen Frauen“ geht davon aus, dass es einen Anstieg von Gewalt gibt, da bekanntlich die Dunkelziffer in diesem sensiblen Bereich deutlich höher ist. Allerdings liegen derzeit keine vermehrten Anfragen von Betroffenen vor“, so die Vorsitzende der Frauen Union, Alexandra Weirich.
Das Frauenhaus verfügt noch über freie Kapazitäten, aber die Gewissheit, dass der Verein „Frauen helfen Frauen“ auf die Unterstützung durch den Landkreis zählen kann, der Ihnen in besonderen Situationen und bei gestiegener Nachfrage unbürokratisch Hilfe zu gesagt hat, lässt zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Die Beratungsstelle vom Verein „Frauen helfen Frauen“ ist weiterhin zu den Sprechzeiten telefonisch unter der Telefonnummer 06621-70113 zu erreichen und das Frauenhaus für Notaufnahmen unter der Telefonnummer 06621-65333 rund um die Uhr erreichbar.
„Wir nehmen als Frauen Union Gewalt – insbesondere Gewalt gegen Frauen und Kindern – nicht hin“, so Weirich.
„Gewalt gegen Frauen komme in allen ethnischen und sozialen Bereichen vor“, betont Nadja Reining von der Frauen Union. Studien belegen, dass jede vierte Frau in ihrem Leben Gewalt erlitten hat, aber nur 20 Prozent von ihnen sprechen darüber bzw. zeigen die Tat an. Bei einer Dunkelziffer von 80 Prozent, kann jeder davon ausgehen, dass häusliche Gewalt auch vor seinem persönlichen Umfeld nicht haltmacht. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Menschen achtsam und besonders sensibel sind und nicht die Augen verschließen“, so Reining.
Die Hessische Landesregierung hat zahlreiche Maßnahmen initiiert, die dem Schutz von Frauen und Kindern in der Partnerschaft vor sexualisierter und körperlicher Gewalt, dienen. Da wären zum Beispiel für den Bereich der Polizei der Platzverweis und für den Bereich der Justiz zivilrechtliche Schutzmaßnahmen.
Betroffene können bei jeder Polizeidienststelle Anzeige erstatten. „Selbstverständlich schreitet die Polizei auch in Zeiten der Corona-Pandemie bei Taten häuslicher Gewalt ein, betont die Vorsitzende Alexandra Weirich.
Das Gewaltschutzgesetz ist ein gutes Werkzeug, um schnell und effektiv zivilrechtlichen Schutz vor Gewalt durchzusetzen.
Aber auch die Opferberatungsstellen sind für die Anliegen aller Betroffenen von Gewalt telefonisch sowie online erreichbar.
Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der kostenfreien Telefonnummer 08000 116016 leistet Erst- und Krisenunterstützung in insgesamt 18 Sprachen und rund um die Uhr.
Die Frauen Union Hersfeld-Rotenburg möchte mit dem Verein „Frauen helfen Frauen“ in Kontakt bleiben und werden sobald es die Zeiten wieder zulassen einen persönlichen Austausch anstreben“, so die Vorsitzende Weirich abschließend.

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