CDU Bundestagskandidat Wilhelm Gebhard besuchte gemeinsam mit MdB Michael Brand (Fulda) die Bundesagentur für Arbeit in Bad Hersfeld. Der dortige Geschäftsführer, Waldemar Dombrowski, ist sowohl für Bad Hersfeld als auch für Fulda zuständig.

Dort erfuhren Gebhard und Brand entgegen der coronabedingten Erwartungshaltung viele positive Nachrichten. Im hessenweiten Vergleich hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg die Coronakrise bislang am besten gemeistert. Die Gründe hierfür sind plausibel und verständlich. Der Versandhandel boomte in der Krise und die Logistik profitierte davon. Beide Branchen sind im Landkreis stark verankert. Das Handwerk blieb durchgängig stabil und auch die Pflegeberufe sind ein starkes Standbein auf dem Arbeitsmarkt. Zudem macht Waldemar Dombrowski den ausgewogenen Branchenmix für die gute Lage verantwortlich. Viele kleine und mittelständische Unternehmen mit verantwortungsbewussten Geschäftsleitungen wären ein wichtiger Garant in der Krise gewesen. Dombrowski erläuterte weiter, dass für die Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes aus beiden Standorten phasenweise fast 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgestellt wurden. Mit Erfolg. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag bei 6-9 Tagen. Hessenweit haben Ende des letzten Jahres etwa 11 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeitergeld bezogen, in Hersfeld-Rotenburg waren es nur etwa 5,5 Prozent. Mit dem Kurzarbeitergeld habe man viele Beschäftigungsverhältnisse sichern können, so Dombrowski. Der Arbeitsmarkt hat sich insgesamt nach der Krise gut erholt. Die Arbeitslosenquote liegt im Landkreis Fulda bei 3 % und bildet damit den niedrigsten Stand in ganz Hessen. Auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt mit 3,7 % deutlich unter dem Hessenschnitt. Wilhelm Gebhard und Michael Brand bedankten sich für die hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität der Beschäftigten der Arbeitsagentur, denn dadurch konnte eine zügige Leistungsauszahlung erreicht und zahlreiche Arbeitsverhältnisse erhalten werden.

Sorge bereitet Dombrowski die Situation am Ausbildungsmarkt. Er warb sowohl bei Gebhard als auch bei Brand um aktive Mithilfe, um die zahlreichen noch nicht besetzten Ausbildungsstellen im Sommer doch noch zu besetzen. Er berichtete von einer großen Verunsicherung innerhalb der Elternschaft und bei vielen Schülerinnen und Schülern, die aufgrund der Krise aktuell abwarten. Und eine Erklärung dafür hat Dombrowski auch parat. In Zeiten von Corona fehlten einfach Orientierungsmöglichkeiten. Sowohl Praktikas in Betrieben wurden gar nicht oder nur selten angeboten, Bildungsmessen fanden gar nicht statt. Momentan gingen daher die Schülerinnen und Schüler auf Nummer sicher und wählen eher eine Verlängerung der Schulzeit. Aber genau jetzt wäre die Chance günstig, doch noch kurzfristig einen Ausbildungsberuf zu erlernen. Allein in Hersfeld-Rotenburg seien noch knapp 270 der insgesamt 900 Ausbildungsstellen unbesetzt, berichtet er. Wilhelm Gebhard empfiehlt daher allen Schülerinnen und Schülern noch einmal, die Ferien zu nutzen und den Kontakt zur örtlichen Berufsberatung der Arbeitsagentur zu suchen. Das könnte sehr lohnenswert sein. „Es gibt noch gute Chancen auf eine attraktive Ausbildungsstelle in unserer heimischen Region“, betont Dombrowski. „Zugleich gelte es für Betriebe und Unternehmen angesichts des demografischen Wandels ihr Personal für die Zukunft zu sichern“, so Gebhard abschließend, der sich bei Dombrowski für die Zeit und die guten Einblicke in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt des Landkreises sehr herzlich bedankt.

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